Die Kirchenburg Großkopisch / CopŞa Mare / Nagykapus


Ortsname

Folgende Ortsbezeinungen sind urkundlich feststellbar:
1283 „Copus“;
1345 „Kapus“;
1448 „Kappusch maior“;
1605 „oppidum Kapusch“.
Der Ortsname ist von dem ungarischen Wort „kapu“ = Tor abzuleiten.

Geschichtliches

1283 wurde der Ort das erste Mal urkundlich unter dem Namen „Copus“ erwähnt.
1359 gehört Grosskopisch zum Mediascher Stuhl, folglich ist Großkopisch eine freie Königsbodengemeinde
1928-1930 findet der Bau des evangelischen Gemeindesaales statt.

Kirche

1300-1350 wird die Kirche als gotische, dreischiffige, eintürmige Basilika mit Querschiff und Sakristei errichtet.
Der Glockenturm wird in die Westfassade einbezogen und beidseitig von den Seitenschiffen umgeben. Die Fundamente dieser Seitenschiffe sind besonders auf der Südseite neben dem Glockenturm noch erkennbar. Ein gotisches Portal führt durch das Turmgeschoss in die Kirche. Die vier zweiteiligen, großen Spitzbogenchorfenster sind mit spätgotischem Maßwerk verziert. Auf der Ostseite des Chors befindet sich ein gotisches Rundfenster. Das Obergeschoss der Sakristei wird durch eine Wendeltreppe erreicht, die aus dem unteren Sakristei Raum führt.
Um das Jahr 1500, bei der Wehrhaftmachung der Kirche, werden die Seitenschiffe abgetragen. Die alten Pfeiler werden in die neue Kirchenwand eingebaut und mit Arkaden vermauert.
Anfang des 16. Jahrhunderts wird ein Chorgewölbe errichtet, das ein Motiv von je zwei ineinandergefügten Sternen zeigt.
1519 wird ein Eingang in die Sakristei errichtet, der in reinem Renaissancestil gehalten ist.

Altar

Einst befand sich in der Kirche ein spätgotischer Flügelaltar. Das Mittelbild zeigte Jesus und Maria, darunter den Leidensgang und ringsherum 12 Bilder entnommen aus der heiligen Geschichte. Auf der Rückwand ist das Jahr 1558 vermerkt.
Die Herstellung des heutigen Altars ist 1854 dem Bildhauer Friedrich Pöckatz übergeben worden. Auf der Predella sehen wir ebenfalls als vergoldetes Holzrelief die Abendmahlszene.

Kanzel

1790 und 1791 erhält ein Herr Petersberger Entlohnung für die Herstellung des Kanzeldeckels und der Kanzelkrone.
1857-1858 wird die Kanzel durch Karl Hoppe vergoldet.

Orgel

1763 wird das erste Mal eine Orgel erwähnt.
1789 muss an der Orgel gearbeitet werden.
1799-1800 wurde die heutige Orgel vom Orgelbauer Samuel Mätz aus Birthälm gebaut.
1857-1858 wird die Orgel durch Carl Hoppe vergoldet.

Glockenturm

14. Jh. in die Basilika wird ein Glockenturm eingebaut. Er ist unten aus Stein und oben aus Ziegeln gebaut. Der Glockenturm erhält einen Holzwehrgang und ein Pyramidendach. Die Rundbogenarkaden gegen die Seitenschiffe im Erdgeschoss werden vermauert.

Glocken

Es gibt eine Glocke aus der Reformationszeit.

Kirchenburg

Um das Jahr 1519 wird die Kirchenburg errichtet. Die Mauer schließt eine unregelmäßige Fläche ein. Im Inneren werden Fruchtkammern entlang der Mauern gebaut.
Im Westen wird eine mit Falltor bewehrte Einfahrt errichtet. In die Nordostecke wird ein rechteckig hervorspringender Turm gebaut. Ebenso in der Südwestecke.
Angeblich ist die Kirchenburg durch einen unterirdischen Treppengang mit dem gegenüberliegenden Kloster verbunden gewesen.
In der nahen Vergangenheit werden die zahlreichen Fruchtkammern, die sich auf der Innenseite der Umfassungsmauer befanden, abgetragen. Nur im Süden bleiben Reste davon an einer Stelle erhalten.

Pfarrhaus

1763-1765 wird das Pfarrhaus errichtet.
1776 wird das Kellergewölbe des Pfarrhauses gebaut.
1826 wird das Pfarrhaus bis auf den Keller abgetragen, die noch ungewölbten Keller werden gewölbt und die Zimmer alle neu gebaut.

Es wurde gesagt, dass auf dem Hof nr. 122, schräg vor der Kirche, ein Kloster stand. Das Kloster war durch einen unterirdischen Treppengang von seinem Keller aus mit der Kirche verbunden. Die Tür zum Gang soll im Keller heute noch sichtbar sein.

Quelle: Evangelisches Bezirkskonsistorium A.B. Mediasch

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