Großkopisch / Copsa Mare/ Nagycapus


Das Dorf Großkopisch ist seit dem Mittelalter eine Gemeinde des Mediascher Stuhls, also eine freie Königsbodengemeinde. Am südlichen Seitenbach der Großen Kokel gelegen, wird das Dorf durch zwei parallel verlaufende Gassen, zwischen denen der Bach fließt, gebildet. Großkopisch liegt südwestlich von Waldhütten, 2 km östlich von Birthälm. Die am Ostrand gelegene pittoreske Kirchenburg ist durch ihren hohen Chor und ihre Lage am Hang, schon von weitem sichtbar.

Geschichte

1283 wird Großkopisch das erste Mal urkundlich unter dem Namen „Copus“ erwähnt.
1300-1350 wird die gotische dreischiffige Pfeilerbasilika mit Mittelschiff, Sakristei und Glockenturm errichtet. Das Mittelschiff wird von den niedrigen Seitenschiffen durch Spitzbogenarkaden getrennt. Im 16. Jahrhundert werden im Zuge der Wehrbarmachung der Kirche die Seitenschiffe wieder abgetragen, auch die Arkaden des Mittelschiffs werden wieder zugemauert und die alten Pfeiler, in die neue Kirchenwand eingebaut. Der Glockenturm erhält einen hölzernen Wehrgang und ein Pyramidendach.
Um 1510 wird ein neuer, geräumiger Chor gebaut. Er ragt 11 Meter über das Mittelschiff hinaus und ist bis heute ein Alleinstellungsmerkmal der Kirche. Durch die Hanglage der Kirche, überragt der Chor sogar den Glockenturm. Über dem Chor wird ein Wehrgeschoß errichtet und darauf ein steiles Satteldach gesetzt. Der Chor erhält ein Sternnetzgewölbe aus Tonrippen.
 1519 entsteht ein im Renaissancestiel gehaltener Steintürstock zwischen Chor und Sakristei. Dekoriert wird der obere Teil durch ein Relief mit Lamm, Fahne und Kreuz. Im unteren Teil ist beidseitig ein gemeißeltes Gesicht zu sehen.
Die zweigeschossige Sakristei wird von einem Rautennetzgewölbe überspannt. Über eine Wendeltreppe erreicht man das Obergeschoß.
Die 1526 geplante Vergrößerung des Langhauses wird nicht mehr durchgeführt. Um den etwas nach Osten abgerückten Chor mit dem Langhaus zu verbinden, wird ein niedriges Zwischenjoch mit Stichkappengewölbe gebaut.
1605 wird die Kirche von Szeklertruppen des Fürsten Stefan Bocskai geplündert und verwüstet.

Kirchenburg

Am Anfang des 16. Jahrhunderts, wird die Kirche mit einer im Grundriss fast rechteckigen Beringmauer umgeben. Im Inneren werden Fruchtkammern entlang der Mauern gebaut. In der nahen Vergangenheit werden zahlreiche Fruchtkammern wieder abgetragen. Nur im Süden blieben Reste davon an einer Stelle erhalten. Die Mauer ist heute nur noch 3-4 Meter hoch.
Von den beiden Türmen ist heute nur noch der nordöstliche erhalten geblieben, der Südwestturm musste 1827 wegen Baufälligkeit abgetragen werden.
In den Jahren 1795-1797 erhält das Mittelschiff das jetzige Ziegelgewölbe, welches auch „böhmisches Gewölbe“ genannt wird.

Ausstattung

Kanzel

1790-1791 wird der Kanzeldeckel und die Kanzelkrone hergestellt.
1796 Aufstellung der Kanzel.
1857-1858 Vergoldung der Kanzel durch Karl Hoppe.

Orgel

1763 wird zum ersten Mal eine Orgel erwähnt
1789 Arbeiten an der Orgel
1799-1800 Bau der heutigen Orgel durch Orgelbauer Samuel Mätz aus Birthälm
1857-1858 Vergoldung der Orgel durch Karl Hoppe
1802 Erdbebenschäden. Das Gewölbe des Seitenschiffes muss abgetragen werden. Die Schäden werden in den Jahren 1831-1832 ausgebessert.

Altar

Der heutige klassizistische Altar wurde 1854 bei dem Bildhauer Friedrich Böckhatz in Auftrag gegeben. An seiner Stelle, stand zuvor ein spätgotischer Flügelaltar. Sein Mittelbild zeigte einst Jesus und Maria, darunter der Leidensgang. Ringsherum befanden sich 12 der heiligen Geschichte entnommene Bilder. Auf seiner Rückwand war das Datum 1558 zu lesen. Aus seinem Schrein sind noch drei Holzplastiken „Jesus als Leidensmann und zwei Engel“ erhalten geblieben und restauriert worden. Sie sind heute Teil eines Altars und werden in der Ferula der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt ausgestellt.

Im Mittelbild des neuen klassizistischen Altares ist Jesus am Jakobsbrunnen mit der Samariterin dargestellt, darüber Jesus mit den Emausjüngern. Beidseitig neben dem Hauptbild gibt es je drei korinthische Säulen. Die klassizistische Altarkrönung besteht aus Holzvasen und Engeln. Beleuchtet wird der im Zentrum des Chores aufgestellte Altar, durch ein bemerkenswertes Rundfenster. In der Nordwand des Chores befand sich eine Sakramentsnische, diese ist heute zugemauert.

Pfarrhaus

Das Pfarrhaus hat seine heutige Form im Jahr 1826 erhalten, einige ältere Teile des Pfarrhauses stammen aus den Jahren 1763-1776.

Glocken

Eine der Glocken aus der Reformationszeit trägt neben einer lateinischen Inschrift das Datum 1550. Eine zweite trägt das Datum 1936.
1966-1977 wurde die Kirche während der Amtszeit von Pfarrer Andres Türk restauriert.
1995 wird das Kirchendach repariert
2002 werden Reparaturarbeiten am Dach ausgeführt

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