Einsatz in Schmiegen, Şmig, Somogyon


Freiwilliger Einsatz im Urlaub, warum nicht?

Es konturierte sich recht früh, dass einige Mitglieder unseres Vereins ihren Sommerurlaub in Siebenbürgen für Anfang August eingeplant hatten. Folglich wuchs allmählich der Wunsch sich vor Ort zu treffen, allerdings nicht nur zum gemütlichen Beisammensein, sondern um sich für eine Kirche oder Kirchenburg aktiv einzubringen.

Da nicht jeder mit Sicherheitsschuhen, Bauhelm und Schutzhandschuhe im Gepäck gerne im August in den Urlaub fliegt, ließ sich von vornherein ein freiwilliger Einsatz nur im Bereich der denkmalpflegerischen Tätigkeit eingrenzen. So sollte diese Aktion möglichst nur einen einzigen Tag des wohlverdienten Urlaub einfordern, für jedermann zumutbar sein und auch Spaß machen, trotz sommerlichen, hohen Temperaturen, mit denen man in Siebenbürgen rechnen muss.
Die Wahl für einen freiwilligen Einsatz fiel auf die Evangelische Kirche in Schmiegen / Şmig / Somogyon / Schmijen.
Das Dorf liegt im Kreis Hermannstadt (Sibiu) und ist aus Schäßburg kommend über Elisabethstadt und aus Mediasch über Durles schnell zu erreichen. Die gotische Saalkirche ist ein kleines Schmuckstück, in der sich unter anderem sehr schöne Fresken aus dem 15. Jahrhundert befinden.

Unsere Anfrage beim Bezirkskonsistorium Mediasch den unerwünschten Wildwuchs, wie wuchernde Sträucher, Gestrüpp und hohes Unkraut rund um die Kirchenmauern zu entfernen, wurde ohne Einwände sehr gut aufgenommen.
In der evangelischen Kirche in Schmiegen hat der Arcus Verein aus Târgu-Mureş, bestehend aus Restauratoren, Kunsthistorikern und bildenden Künstlern bereits 2009 eine Untersuchung und Einschätzung der Konservierung durchgeführt. In den Jahren danach erfolgten weitere Nachforschungen hinsichtlich der Wandmalereien und Interventionen wie zum Beispiel kleinere Dachreparaturen, oder das Entfernen der wildwachsenden Vegetation rings um die Kirchenmauern.

Folglich begrüßte auch der Arcus Verein unser geplantes Vorhaben, denn inzwischen hat der Innenraum der Kirche leider massive Probleme mit eindringender Feuchtigkeit. Das Rückschneiden und Entfernen des Bewuchses kann ein wenig helfen, den Sockelbereich zu trocknen, doch danach müssen freilich weitere Maßnahmen ergriffen werden, um das Problem zu lösen.

Sehr hilfsbereit zeigte sich Gerhard Servatius-Depner, der geschäftsführende Pfarrer in Mediasch, von dem wir sofort eine Zusage über verschiedene Gartengeräte und einen schattenspendenden Pavillon erhielten. Noch vor unserer Ankunft in Siebenbürger wurde der Friedhofsverwalter, Herr Ernst Pelger, informiert und gebeten uns für unserer Aktion alle notwendigen Utensilien aus dem Bestand der Friedhofspflege auszuleihen.

Eine Woche vor dem freiwilligen Einsatz wurde die Lage vor Ort in Augenschein genommen, um die Stärke des Bewuchses einzuschätzen, sowie den Bedarf an Gartengeräten und Werkzeuge.

Weitere Hilfsbereitschaft hinsichtlich Getränkeversorgung, der Kühlung der mitgebrachten Tagesverpflegung und der Benutzung der Sanitären Anlage erfuhren wir durch den kleinen Mixt Markt samt benachbartem Mini-Café, die sich beide direkt gegenüber der Kirche in Schmiegen befinden.

Zu guter Letzt stand uns der wichtigste Mann an jenem Tag tatkräftig zur Seite, nämlich Burghüter Daniel Paal aus Schmiegen. Abgesehen davon, dass er für abends Tische und Bänke aus dem benachbarten Gemeindehaus organisiert hatte, kam er wie vereinbart in Begleitung seines 1 PS starken Pferdewagens, mit dem er 5-6 volle Ladungen an Gartenabfälle zu einer Sammelstelle brachte.

Die Gruppe der freiwilligen Helfer hätte bunter nicht sein können: Vereinsmitglieder und Freunde aus Deutschland, aus Felldorf unsere Freunde vom Arcus Verein, Freunde aus Schäßburg und sogar aus Klausenburg und Bukarest, während aus dem nahegelegenen Mediasch, ein Archäologe samt Ehefrau uns die Ehre erwies.

Zur Mittagszeit gesellte sich noch eine kleine Gruppe Restauratoren und Archäologen aus Ostdeutschland hinzu, die sich zurzeit im Urlaub auf einer Siebenbürgen Exkursion befanden.

Nach erfolgter Aktion ließen wir den Tag im Schatten der Kirche in einem gemütlichen Beisammensein ausklingen und belohnten uns mit einem reichlich gedeckten Tisch, der mit einem gesunden Bauernkost Buffet unsere verbrannten Kalorien wieder ausglich.

Ein besonders herzliches Dankeschön richten wir an all diejenigen, die uns am Zustandekommen dieser Aktion tatkräftig unterstützt und für ihr gutes Gelingen beigetragen haben!

 

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