Kulturerbe Kirchenburgen Noberziechen


Das Nachbarschaftszeichen

Was den Indianern ihre Rauchzeichen, den afrikanischen Volksstämmen ihre Buschtrommeln oder den Ägyptern die Brieftaube, war den Siebenbürger Sachsen ihr Nachbarschaftszeichen (sächsisch Noberziechen).

Bei außergewöhnlichen Ereignissen oder dringenden Terminen wurde das geschnitzte und meist mit dem Gemeindewappen und der Nachbarschaftsnummer verzierte Holztäfelchen zusammen mit einer mündlichen Nachricht oder einer knappen schriftlichen Notiz von Haus zu Haus weitergegeben.

So ging man sicher, dass jede Familie über eine Nachbarschaftszusammenkunft, eine Mitteilung der Kirche oder eine vom Nachbarschaftsvater angeordnete gemeinschaftliche Hilfelistung informiert war. Da es auch zum Überbingen von schlechten Nachrichten diente, durfte es nie ins Haus gebracht, sondern musste am Hoftor übergeben werden.

Selbst das Telefon vermochte lange Zeit das siebenbürgisch-sächsische Kommunikationsmittel der Wahl nicht zu ersetzen. Mancherorts war es bis 1989 in Gebrauch, wenn teilweise auch nur noch als „Leichentäfelchen“ zur Anzeige eines Todesfalls oder als „Kehrtafel“ zur Erinnerung an die heute noch berühmt-berüchtigte Kehrwochenpflicht. Erst der Massenexodus der deutschsprachigen Siebenbürger nach 1989 machte das Noberziechen überflüssig.

Das KUKIBU-Noberziechen – digitale Fortsetzung einer siebenbürgisch-sächsischen Tradition

Mit unserem digitalen Kulturerbe Kirchenburgen Nachbarschaftszeichen – kurz KUKIBU-Noberziechen – möchten wir an den bewährten und zuverlässigen siebenbürgisch-sächsischen Schnellinformationsdienst anknüpfen.

Ganz im Sinne der ursprünglichen Tradition kommunizieren wir zukünftig in dieser Rubrik kurz und knackig vereinsinterne Neuigkeiten und halten über aktuelle Aktionen auf dem Laufenden. Parallel dazu versenden wir anlassbezogen unser elektronisches KUKIBU-Noberziechen, um mit unseren Mitgliedern, Freunden und Förderern auch über die räumliche Distanz eng in Verbindung zu bleiben.

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